Smart Working! Sparkasse geht auf erste digitale „Expedition Mittelstand“

Kategorie: Presse

Smart Working! Sparkasse geht auf erste digitale „Expedition Mittelstand“

Forum der Sparkasse Rhein-Nahe bringt Unternehmen der Region die digitale Transformation näher

Von Homeoffice über New Work bis zu Fördermöglichkeiten referierten die Experten. Erstmals fand der Mittelstandstag – passend zum Thema – rein digital statt. Aus zwei unterschiedlichen Expeditionszielen konnten sich die Teilnehmer ihr persönliches Programm zusammenstellen und Vorträge, Workshops und Talkrunden virtuell miterleben.

Die Sparkasse Rhein-Nahe hatte wieder, gemeinsam mit der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), mittelständische Unternehmen zum Informationsaustausch eingeladen. In der Begrüßung hob Peter Scholten, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, die Dimension der Digitalisierung für die Zukunft hervor: „Smart Working wird eine immer größere Bedeutung einnehmen, auch nach Corona. Wir unterstützen den Mittelstand dabei, sich diesen Herausforderungen zu stellen. In unserer heutigen Expedition werden ausgewählte Fachreferent*innen die Chancen und Hürden der digitalen Arbeitswelt beleuchten.“

Scholten begrüßte zu Beginn der Veranstaltung die Teilnehmer und freute sich darüber, dass mittlerweile die digitalen Formate so gut angenommen werden. Er stiegt dann gleich ins Thema ein, das in dieser Zeit natürlich nicht um das Thema Corona herumkam.

So waren während der Pandemie auch unbürokratische Maßnahmen zur Unterstützung des Hotel- und Gaststättengewerbes in die Wege geleitet worden. Es wurde mit der Dehoga eine Vereinbarung für die Vorfinanzierung von Förderkrediten getroffen. „Die Befürchtungen vom Frühjahr, dass es viele Insolvenzen geben wird, sind zum Glück nicht eingetroffen. Wir erwarten diese auch für 2021 nicht“, äußerte sich Scholten erleichtert. Als weiteren Ausblick für das laufende Jahr informierte der Vorstandsvorsitzende über aktuell stattfindende Gespräche mit der Sparkasse Koblenz bezüglich einer Kooperation. Mit der ISB verbindet die Sparkasse bereits eine langjährige gute Zusammenarbeit, wie Scholten beschrieb: „Die ISB ist ein guter Partner für alle Lebenslagen“.

Das bestätigte Ulrich Dexheimer, Sprecher des Vorstandes der ISB „Mit der Sparkasse Rhein-Nahe konnten wir viele Förderungen für mittelständische Unternehmen erfolgreich realisieren.“ Während der Corona-Pandemie leistete die ISB als Förderinstitut des Landes Rheinland-Pfalz Unterstützung und wickelte Corona-Hilfen von Bund und Land ab. Das Antragsverfahren im Zuge des DigitalPakt Schule wurde zudem optimiert und vereinfacht. Dexheimer betonte: „Wir sind kein Gewinn-Maximierer, unser Fokus liegt klar auf der Förderung.“ Die Bilanzsumme der Fördermittel war 2020 auf 9,3 Milliarden Euro angestiegen, insgesamt wurden 100.000 Förderungen bewilligt. Zum Vergleich nannte er die Zahl der Förderungen in den sonstigen Jahren von 4-5.000.

Im Bereich der Digitalisierung hat das Land eine neue Förderung mit dem Namen „DigiBoost“ aufgelegt, die die ISB umsetzt. „Dieses Programm wird der Renner“, freute sich Dexheimer. „Ziel ist die Beteiligung des Landes an der Digitalisierung von Unternehmen. Die Anträge werden unbürokratisch und schnell abgewickelt.“ Die Förderung ist besonders für kleinere Betriebe und für das Handwerk interessant, da die Mindestinvestitionssumme bei 4.000 Euro liegt. Bedingung für die Antragsstellung bei der ISB ist die Teilnahme an einem Webseminar bei IHK oder HWK.

Steffen Roßkopf, Vorstandsmitglied der Sparkasse Rhein-Nahe und verantwortlich für das Firmenkundengeschäft, informierte über das Beratungsangebot: „Wir spielen die komplette Klaviatur des Finanzierungsgeschäftes: Payment Themen, Versicherungen, wobei hier die Cyber-Kriminalität derzeit im Fokus steht sowie die Beratung im internationalen Geschäft. Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt uns in allen Bereichen der Sparkasse. Die ESG-Konzepte betreffen u. a. die Eigenanlagen, das Kundenwertpapiergeschäft oder auch unser Facility- und Fuhrparkmanagement und wirken auch zunehmend in die Finanzierungsgeschäfte. Im Bedarfsfall können wir auch die betrieblichen und die privaten Belange im Haus verknüpfen im Rahmen einer Nachfolgeberatung unseres Generationenmanagements.“

Den anschließenden Impulsvortrag hielt die renommierte HR-Expertin Sabine Kluge, die laut Personal-Magazin 2019 zu den 40 führenden HR-Köpfen und 2020 zu den 20 wichtigsten HR-Influencern im deutschsprachigen Raum gehört. Mit ihrer Unternehmensberatung Kluge+Konsorten begleitet sie Unternehmen bei der digitalen sowie kulturellen Transformation. Sie bezog sich in ihrem Vortrag auf ihr Buch „Graswurzelinitiativen in Unternehmen“, eine im Jahr 2020 veröffentlichte Praxisstudie. „Die Krise hat ein starkes Netzwerk der Solidarität geschaffen, um die Unternehmen der Region zu stärken – das ist für mich ein wunderbares Bild“, erklärte sie, „doch die Krise hat auch beschleunigt, was sich seit vielen Jahren angebahnt hat. Bereits seit den 90er Jahren stecken wir mitten in der Digitalisierung“. Sie führte aus, dass der Begriff der „New Work“ bereits in den 80ern durch den Sozialphilosophen Frithjof Bergmann geprägt wurde. Er gründete das New Work Center in der Automobilfertigung in Flint/Michigan mit dem Ziel der Humanisierung der industriellen Erwerbsarbeit hin zu mehr Selbständigkeit, Freiheit und Gemeinschaft. „New Work heißt daher eigentlich Humanisierung der Arbeit“, so Kluge weiter.

Die Ansprüche der Mitarbeitenden stiegen heutzutage in Richtung Anerkennung, selbstbestimmte Arbeitsinhalte, flexible Arbeitszeit und flexibler Arbeitsort. „Die Digitalisierung ist die Chance am Markt, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln“, sagte Kluge. „Unternehmen begreifen erst in den letzten Jahren, dass, wenn sie an der Frontstage Geschäftsmodelle ändern wollen – in Richtung Markt und Kunde –, sie auch den Backstage-Bereich – also die Arbeitsorganisation – anpassen müssen.“ Die Digitalisierung sorge für eine rasante Zunahme an Geschwindigkeit und Informationsvolumen. „Unsere Welt wird nicht mehr langsamer, es ist erforderlich, in kurzer Zeit schnelle Entscheidungen zu treffen, trotz erhöhter Informationsdichte“. Das könnten einzelne Führungskräfte nicht mehr leisten. „Das komplizierte Umfeld erfordert die Vernetzung im Unternehmen und zwar die Vernetzung des geballten Wissens der Mitarbeiter“.

Das Zauberwort in der Führung digital transformierter Unternehmen heiße Ambidextrie, die Fähigkeit zur Beidhändigkeit. Für das Management von Unternehmen bedeute dies, bestehende Modelle zu optimieren und gleichzeitig nach neuen zu forschen. „Das erfordert das Loslassen von den Gewohnheiten der guten alten Zeit. Denn wie Karl Valentin schon sagte: ‚heute ist die gute alte Zeit von morgen‘“.

Im weiteren Verlauf boten Workshops und Vorträge der beiden Expeditionsziele ein konzentriertes Expertenwissen. Dr. Ingrid Vollmer, Geschäftsführerin der Industrie und Handelskammer für Rheinhessen referierte über Steuerpauschale und Versicherungsschutz im Homeoffice und erklärte Begriff, Recht oder Pflicht auf Homeoffice, die vertragliche Verankerung sowie steuerliche Aspekte. Abschließend wies sie darauf hin, dass während der Geltungsdauer der Corona-Arbeitsschutzverordnung faktisch bis auf wenige Ausnahmefälle ein Recht auf Homeoffice bestehe, aber keine Verpflichtung des Arbeitnehmers, im Homeoffice zu arbeiten.

Der Frage „Ist Nachhaltigkeit echte Trendwende oder nur ein Strohfeuer“ widmete sich Stephan Wittwer, Leiter Investmentspezialisten Private Clients der LBBW Asset Management Investmentgesellschaft. Eine nachhaltige Geldanlage verfüge über einen gewissen Charme, doch es seien zwei Hürden im Kopf zu überwinden: Die Überlegung, ob das Thema wirklich ernst genommen wird oder nur eine Marketing-Strategie ist und dass nachhaltige Investments nicht automatisch zu Renditeverzicht führen.

Zum papierlosen Büro in der Wohnungswirtschaft stellte Petra Mohns, Geschäftsführerin des GWS Grundstücks- und Wohnungswirtschafts-Service, einem Tochterunternehmen der Sparkasse Rhein Nahe seit 2020, Praxisbeispiele vor: „Mit der Smart Post Anbindung im Kundenportal konnte in 2020 eine Einsparung von über 200.000 Seiten Papier erreicht werden“.

Smart Business und innovative Payment-Lösungen, die den Geschäftsalltag vereinfachen, war das Thema des Vortrags von Erik Kügler, Leiter Payment-Beratung der Sparkasse Rhein-Nahe. „Ein digitales Kassensystem, das auf das jeweilige Unternehmen maßgeschneidert wird, ist wesentlich mehr als eine Kasse“, schilderte er. Ob für Hotel und Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleistungsbereich oder Handwerk: Smarte Systeme koordinieren beispielsweise Bestellung und Bezahlung, Reservierungen, Warenbestellung, Abrechnungen, Auslastungskontrolle, Lieferanten-Management, Online-Shops, Lagerbestand, Personalplanung oder Buchhaltung.

Was Mitarbeiter brauchen und erwarten, um effizient und zufrieden arbeiten zu können, stellte Christjan Knudsen, Geschäftsführer Personal bei Boehringer Ingelheim Deutschland, vor: „Die Kernrolle des Büros wird sich verwandeln zu einem Ort für Kollaboration und Austausch, um Innovation zu generieren. War früher das Büro die Standardoption, wird es künftig zum Büro der bewussten Entscheidung.“ Mitarbeiter erwarteten heute flexible Arbeitszeiten und Zeitsouveränität, die Möglichkeit zu mobilem Arbeiten, Weiterentwicklungs- und Karrieremöglichkeiten, Work-Life-Balance, ein Arbeitsumfeld mit Vernetzungsmöglichkeiten sowie eine vertrauensvolle Führung.

Wie die Cloud im digitalen Geschäftsfeld eingesetzt werden kann, und welche potenziellen Mehrwerte durch Cloud-Lösungen entstehen können, führte Jürgen Klein, Digitalisierungsberater der Handwerkskammer Koblenz, aus. Er verwies auch auf die Beratung der Kammern bezüglich der Digitalisierung von Geschäftsprozessen, Produktions- und Fertigungstechnologien, Kommunikation und Geschäftsmodellen, aber auch zu Fördermöglichkeiten und Sicherheitsaspekten.

Neben den technischen Möglichkeiten spielt natürlich auch die Finanzierung dieser eine große Rolle. Angela Haag, Leiterin Technologieförderung der ISB berichtete, wie der Mittelstand von der Technologieförderung der ISB profitieren kann. Sie stellte unterschiedliche Förderprogramme vor wie den InnoTop, den Innovationsgutschein (FuE-Auftrag) und die Technologie- und Innovationsberatung BITT. Sie erläuterte auch das in der Begrüßung bereits erwähnte Digitalisierungsbeschleunigungsprogramm DigiBoost.

Um Finanzierung ging es auch in dem Vortrag von Clemens Merk, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sowie Patrick Schlarb, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht von der Kanzlei Merk, Schlarb & Partner. Sie erörterten die Unterstützungsmöglichkeiten der Bundesregierung in der Pandemie – von Überbrückungshilfen bis zu den Corona-Steuerhilfegesetzen.

Am Ende der Expedition waren sich Peter Scholten und Steffen Roßkopf einig: „Die positive Resonanz der Teilnehmer zeigt uns, dass wir auch mit dem digitalen Mittelstandstag ein zeitgemäßes Format und spannende Inhalte anbieten, von denen die Unternehmen der Region profitieren“.

Bildunterzeile:

Der Impulsvortrag von Sabine Kluge beleuchtete die digitale und kulturelle Transformation der Arbeitswelt. Rechts von oben: Peter Scholten sowie Steffen Roßkopf, Vorstandsvorsitzender und Vorstandsmitglied der Sparkasse Rhein-Nahe, Ulrich Dexheimer, Sprecher des Vorstandes der ISB, Sabine Kluge von Kluge+Konsorten, Moderator Dirk Alexander Lude

Foto:

Sparkasse Rhein-Nahe

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