Wir malen ein Haus aufs neue S Haus

Abstrakte Kunst oder etwa doch ein wenig mehr? Seit dem 1. Oktober erhält die markante Eckfassade unseres neuen „S Haus“ in der Mannheimer Straße ihren letzten Schliff. Drei Mitglieder der Künstlergruppe Truly Urban Artists starteten bei Einsetzen der Dämmerung mit dem Fassadenkunstwerk. Für die Gestaltung haben wir auf eine pfiffige Kunstform zurückgegriffen: die Anamorphose.

Das griechische Wort steht für Bilder, die nur von einem bestimmten Blickwinkel aus oder mit weiteren Hilfsmitteln zu erkennen sind. Ein zusammengesetztes Wort aus den griechischen Begriffen für Gestalt und Umformung.

Der Blickwinkel entfaltet das Motiv

Für sich allein gesehen, sind es abstrakte bunte Flächen oben an dem Gebäude. Steht man aber an der richtigen Stelle, entfaltet sich dem Betrachter das komplette Motiv. Wie bei dem Spiel Tangram, bei dem bunte geometrische Flächen zu Bildern zusammengelegt werden, bilden in diesem Fall Dreiecke und Vierecke ein Haus. Damit spiegelt das Gemälde das wider, was die Besucher im S Haus erwartet: Nämlich alle Bausteine zur Verwirklichung der eigenen vier Wände.

Erste Arbeiten brauchten Dunkelheit

Ungewöhnliche Ideen verlangten auch ungewöhnliche Maßnahmen: Die ersten Arbeiten für das Kunstwerk fanden bei Dunkelheit statt. Ein leistungsstarker Projektor warf aus rund 15 Metern Entfernung die Umrisse des „Hauses“ an die Fassade des S Haus. Ab zirka 20 Uhr begannen die Künstler, das Motiv korrekt auszurichten, um die Konturen setzen zu können. Dieser präzise Arbeitsschritt beanspruchte einige Zeit. Danach konnten die Umrisse markiert werden. Insgesamt dauerten die Arbeiten bis in die Nacht.

Danach setzten die Künstler ihre Arbeit bei Tageslicht fort. Dabei verläuft das Bild sowohl über die Wände als auch über die Fenster der oberen zwei Stockwerke. Während die Fassade mit wetterfester Farbe bemalt wird, werden die Fenster mit bunten Folien beklebt.

Für die Arbeiten sind insgesamt fünf Tage veranschlagt. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit, können die Spaziergänger in der Fußgängerzone also schon nach kurzer Zeit das fertige Werk bewundern. Damit die Farben und Klebeflächen gut aufgebracht werden können, sollten die Temperaturen möglichst fünf Grad nicht unterschreiten. Aber fast noch wichtiger ist, dass es nicht regnet, damit die „Kunst am Sparkassenbau“ bald Realität ist.