Musikalische Weltklasse in der Pauluskirche

Mit der weltbekannten Pianistin und ECHO-Preisträgerin Khatia Buniatishvili war am 29. April eine echte Ausnahmekünstlerin zu Gast in der Pauluskirche. Gemeinsam mit der Barbara und Rudi Müller-Stiftung veranstaltete die Sparkasse Rhein Nahe das Konzert im Rahmen der Konzertreihe Kreuznach Klassik.

Wenn solch ein Weltstar der Klassik-Szene die Bühne betritt, ist dies schon alleine ein Garant für ein volles Haus. So lockte das Konzert zahlreiche Besucher nicht nur aus Bad Kreuznach, sondern auch von weit über die Region hinaus.

Beethoven – Schubert – Chopin – Liszt: Für das Publikum in der Bad Kreuznacher Pauluskirche hatte Buniatishvili eine Auswahl der bekanntesten und auch beliebtesten Glanzlichter der romantischen Klaviermusik getroffen. Mit der „Pathétique“ von Ludwig van Beethoven zog sie die Zuhörer gleich zu Beginn in ihren Bann. Jeder Ton saß bei der gefühlvollen Interpretation der Sonate.

Dem Impromptus von Schubert verlieh die Künstlerin den Stücken durch ihre teils eigenwillige Interpretation ihren ganz eigenen Stil. Mal virtuos, mal ruhig baute sie die Spannung auf und überzeugte durch klare Melodieführung vor flüsternd-fließender Begleitung.

Diese Leichtigkeit, mit der Buniatishvili über die Tasten flog, zeigte sich auch bei den Interpretationen der Werke von Frédéric Chopin und Franz Liszt. Scheinbar ganz in ihrem Spiel versunken, ließ Buniatishvili den Flügel singen und schöpfte gefühlvoll die gesamte dynamische Bandbreite der Werke aus.

Mit der kraftvollen Ungarischen Rhapsodie Nr. 2 von Liszt brachte Buniatishvili das Konzert zu einem krönenden Abschluss und riss das Publikum buchstäblich von den Stühlen. Dieses dankte die grandiose Darbietung mit minutenlangen stehenden Ovationen.

Natürlich ließ es sich die Künstlerin nicht nehmen, sich für mehrere Zugaben – immer wieder gefordert von den Zuhörern – wieder ans Instrument zu setzen. Begleitet wurde sie dabei von ihrer Schwester Gvantsa, mit der sie vierhändig auf dem Flügel spielte.

Die 30-jährige Ausnahmepianistin aus Georgien zählt zu den Top-Interpreten weltweit und wurde erst im vergangenen Jahr mit dem ECHO-Preis für die beste solistische Einspielung ausgezeichnet. Dass Khatia Buniatishvili, die sonst auf den großen Konzertbühnen weltweit zuhause ist, hier an der Nahe Station machte, ist dem Engagement von Christiane Scholten zu verdanken, Ehefrau von Peter Scholten, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rhein-Nahe.